Jahreshauptversammlung des VfR am 26.01.2018

Der neue Vorstand des VfR Neuburg

Von links: VIP-Manager Sepp Dünstl, Geschäftsführer Ralf Löffler, 3. Vorsitzender Shefqet Iberdemaj, Schriftführerin Erika Sedlmeyr, Schatzmeister Harald Rogalinski, Fußball-Abteilungsleiter Roland Egen, 1. Vorsitzender Martin Pfautsch und Team-Manager Martin Stanek. Nicht auf dem Bild Jugend-Abteilungsleiter Rainer Weissörtel

Karl-Heinz Bauer übergibt Chefposten beim VfR Neuburg an Martin Pfautsch

Zum Schluss standen die Mitglieder des VfR Neuburg auf und spendeten donnernden Applaus im gut gefüllten Vereinsheim am Unteren Brandl. Und wahrlich, der, für den sie da in die Hände klatschten, hatte diese Geste verdient. Nach nunmehr vier Amtszeiten (1984 bis 1986, 1990 bis 1991, 2003 bis 2009 und 2012 bis 2018) und insgesamt fast 15 Jahren an der Spitze des Vereins sagt Karl-Heinz Bauer Servus. Schon zu Beginn der Mitgliederversammlung, die eigentlich schon im September hätte stattfinden sollen, hatte er gesagt: „Der heutige Abend ist ein Abschied, aber auch ein wunderbarer Neubeginn.“ Er werde bald 75 Jahre alt, schon allein deswegen sei es an der Zeit, junge Leute in den Vorstand zu bringen. Bevor es aber so weit war und Bauer endgültig die Zügel abgab, warfen seine Vorstandskollegen und er noch einen Blick zurück.

Das ohne Frage prägende Ereignis des vergangenen Jahres war das Pokalspiel gegen den Regionalligisten TSV 1860, das der VfR Neuburg, wie bekannt, mit 0:4 verloren hat. Dass das Ergebnis letztlich fast nebensächlich war, verdeutlichten Fußball-Abteilungsleiter Roland Egen und Schatzmeister Harald Rogalinski. „Dieses Spiel war ein absolutes Highlight und die Mannschaft hat sich achtbar geschlagen“, sagte Egen. Er betonte, dass auch in Zukunft großer Wert auf den Pokalwettbewerb beim VfR gelegt wird. Vielleicht könne die Mannschaft so wieder einen attraktiven Gegner nach Neuburg locken. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht: Im aktuellen Kreispokal stehen die Lila-Weißen im Halbfinale, wo sie am 2. April um 17 Uhr auswärts gegen den TSV Pfersee antreten. Überhaupt hatte Egen nur lobende Worte für das Trainergespann Christian Krzyzanowski und Alexander Egen – die Verträge des Übungsleiters und seines Assistenten wurden um ein Jahr bis Ende der Saison 2018/2019 verlängert – sowie deren junges Team. „Dass wir im ersten Jahr in der Bezirksliga auf Platz zwei landen, hat niemand für möglich gehalten.“ In der Relegation zur Landesliga habe dann die „cleverere Mannschaft gewonnen“, so Egen. Für die aktuelle Spielzeit, in der die Neuburger mit einem Spiel weniger auf Rang zwei überwintern, stellte der Abteilungsleiter das Prädikat „wieder sehr gut dabei“ heraus. Das Ziel laute nicht „Wir müssen aufsteigen“, sondern „Wir wollen aufsteigen“.

Als „zu überdimensioniert“ in Sachen Sicherheitsauflagen bezeichnete Rogalinski das Spiel gegen die Münchner Löwen. So habe es für den VfR Neuburg an diesem Tag nicht nur satte Einnahmen, sondern auch „brutale Ausgaben“ gegeben – allein 10 000 Euro mussten die Hausherren für Sicherheitskräfte aufbringen. „Vielleicht ist man bei einem möglichen nächsten Spiel gnädiger mit uns“, so Rogalinski. Einen weiteren Seitenhieb gegen die Behörden teilte er aus, als er monierte, die Verwaltung habe dem Verein Aufgaben gestellt, „die das Ehrenamt gar nicht stemmen kann“. Vor allem mit Anträgen und Konzepten, die binnen zwei Tagen zu erstellen gewesen seien, hätte es ohne externe Hilfe und schlaflose Nächte nicht geklappt.

Den Bericht des beruflich verhinderten Jugendleiters Rainer Weissörtel trug Roland Egen vor. Er informierte die VfR-Mitglieder über die rund 110 Nachwuchskicker in acht Teams zwischen C-Junioren und Bambini. Leider habe es im vergangenen Jahr kein Sommerfest gegeben, weil sich ein einzelner Anwohner in der Vergangenheit wegen Lärms bei der Polizei beschwert hatte. Es werde aber wieder Veranstaltungen für die Jugend geben. Vorsitzender Bauer sprach C-Trainer Peter Krzyzanowski und den anderen Jugend-Übungsleitern ein Lob aus. „Die machen das noch viel ehrenamtlicher als alle anderen bei uns“, so Bauer.

Nachdem sich die beiden Aspiranten auf die zu vergebenden Posten im Vorstand vorgestellt hatten, ging es schnell mit der Wahl. Der Vorstand des VfR Neuburg setzt sich seit Freitag Abend wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender Martin Pfautsch (neu), 2. Vorsitzender Walter Egen (eine Gegenstimme), 3. Vorsitzender Shefqet Iberdemaj, Geschäftsführer Ralf Löffler (neu), Schatzmeister Harald Rogalinski, Schriftführerin Erika Sedlmeyr, Abteilungsleiter Fußball Roland Egen, Abteilungsleiter Jugend Rainer Weissörtel, VIP-Manager Sepp Dünstl. Für jeden Posten hat es genau einen Kandidaten gegeben. Mit Ralf Löffler wurde bei der Mitgliederversammlung des Vereins auch die vakante Position des Geschäftsführers besetzt.

Martin Pfautsch ist seit 1985 Mitglied beim VfR Neuburg. Damals wechselte er vom Stadtrivalen BSV zu den C-Junioren der Lila-Weißen. Auch im Herrenbereich war er lange aktiv: Bis 2005 streifte er das Trikot in der Bezirksoberliga und Bezirksliga über – unter anderem beim damaligen Trainer Christian Krzyzanowski. Pfautsch, der als internationaler Vertriebsleiter bei einer großen Molkerei in Mertingen arbeitet, stellte seine Philosophie wie folgt dar: „Wir führen keine Mannschaft, wir führen einen Verein.“ Deshalb solle in Zukunft verstärkt ein gesunder Unterbau für die erste Herrenmannschaft im Fokus stehen, sprich: Es soll wieder eine Reserve geben und die fehlenden Juniorenteams ergänzt werden. „Wenn das aber nicht sinnvoll machbar ist, dann werden wir das transparent machen und ad acta legen“, sagte der neue Vorsitzende. Von den Mitgliedern erbat er sich vor allem Geduld, da diese Strukturen Zeit bräuchten, um zu wachsen.

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